HISTORIE


Bis in die späten 80er des vorigen Jahrhunderts dominierten Juristen und Techniker die Chefetagen der Unternehmen. Ab den 90ern kam dann der Siegeszug der Betriebswirte, die zunehmend die Führungspositionen übernahmen. Mit sich brachten diese die betriebswirtschaftlichen Konzepte sowie die betriebswirtschaftliche Sprache, die sie sich mühsam in mehreren Jahren auf der Universität angeeignet haben. Diese Betriebswirtschaft war für Nichtbetriebswirte kaum verständlich - und aufgrund der Praxisferne oft auch zu Recht - nicht nachvollziehbar und alles andere als beliebt. 

Dies trug wesentlich dazu bei, dass die Kluft zwischen Führungsetage und Mitarbeitern weiter wurde. Zudem mussten viele Konzepte und Projekte scheitern, weil sie einfach nicht verstanden wurden. 

Leider versagt das Bildungssystem bei der Vermittlung betriebswirtschaftlichen Know how´s vollkommen. Nur ein Bruchteil der Schul- und Studienabsolventen kommt jemals mit Betriebswirtschaft in Berührung. Immer mehr Unternehmen erkannten diese Problematik und nahmen betriebswirtschaftliche Trainings in ihren Bildungsprogramm auf.

Dabei standen die Ausbildungsverantwortlichen allerdings vor einem Problem: Wenn man maximal 3 Tage Zeit hat, Laien betriebswirtschaftliche Inhalte zu vermitteln, die sonst in mehrjährigen Studienjahren mühsam angeeignet werden, muss man sich auf das fokussieren, was Nicht-Betriebswirte benötigen. Was ist jedoch genau das, was Betriebswirte benötigen? Umsetzbare Antworten gab es zu diesem Zeitpunkt keine: weder die Literatur - Einführungsbücher in die BWL umfassten 1000 unlesbare Seiten - als auch die Professoren an den Hochschulen konnten weiterhelfen:

 

Fragt man 10 BWL-Professoren, welche Themen sie als das "Allgemeinwissen der BWL" sehen würden, wird man - je nach Fachrichtung - auch 10 grundlegend unterschiedliche Konzepte bekommen (siehe die diversen Kurse "Grundlagen der BWL"). Damit war es bislang auch nicht möglich einen Standardkanon der BWL zu etablieren. Das gleiche gilt für diverse Beratungsunternehmen. Mc Kinsey entwickelte genaus eine eigene Welt der BWL, wie Anderson Consulting et al. Ein weiteres wesentliches Problem war, dass in Trainings eingesetzte BWL Experten weder eine verständliche Sprache fanden, noch das Thema so rüberbringen konnten, dass die BWL in der Praxis anwendbar oder als interessant geschweige dann spannend betrachtet werden konnten. Dementsprechender Beliebtheit erfreuten sich die BWL Trainings in den Betrieben und wurden nicht selten bald wieder aus dem Programm genommen.

Betriebswirtschaft begann jedoch nicht nur die Wirtschaftswelt zu dominieren, sondern hielt zunehmend Einzug in die mediale Berichterstattung.  Waren im vorigen Jahrhundert Wirtschaftsberichte noch Mangelware, sind diese direkt oder indirekt in einer Mehrzahl der Berichte ein Thema. Wer diese nicht versteht , ist somit auch kaum in der Lage am politischen Geschehen teilzuhaben. 


Einige Fakten und Folgen


BWL Know how ist Elitewissen

  • Eine internationale Bildungsstudie hat ergeben, dass nur 3 % der höheren Bildungsschicht über ein anwendbares, grundlegendes betriebswirtschaftliches Know how verfügt. 
  • Nach wie vor verlässt nur ein winzig kleiner Anteil an Schülern und Studenten ihre Ausbildung mit BWL Know how. 
  • Mehr als die Hälfte aller Medienberichte haben einen mittelbaren Zusammenhang mit der Wirtschaft. Nur die wenigsten können diese verstehen, geschweige denn nachvollziehen und bewerten (siehe oben). Nur ein geringer Bruchteil liest den Wirtschaftsteil der Zeitungen.

Die Lehre bietet keinen Standardkanon betriebswirtschaftlichen Know hows

  •  Wer im Internet nach einer grundlegenden betriebswirtschaftlichen Ausbildung sucht, bekommt über eine Million Treffer. Die Angebote sind miteinander nicht vergleichbar.
  • Im deutschen MBA Guide werden 563 MBA Programme an 237 Hochschulen angeführt. Die Angebote sind miteinander nicht vergleichbar. 

Die Wirtschaft ist global, die Bildung ist lokal und national

 

  • Ein Salzburger, der ein WIFI-Zertifikat der österreichischen Wirtschaftskammer in die Bewerbungsmappe beilegt, wird damit einen Personalisten in Freilassing (unmittelbar hinter der Grenze), nicht beeindrucken können. Er kennt den Stellenwert des Zertifikats nicht. Umgekehrt geht es dem Freilassinger Bewerber genauso mit einem IHK Zertifikat der deutschen Wirtschaftskammer.

BWL führt die Hitliste unbeliebter Themen an

  • Betriebswirtschaftsprofessoren, Buchautoren, Unternehmensberater haben die Welt der Betriebswirtschaft dermaßen verkompliziert und praxisfern gemacht, dass die Lehre davon die Hitliste der unbeliebtesten Fächer und Themen anführt. Dabei ist die Lehre davon, wie man einen Betrieb wirtschaftlich führt (BWL) nichts anderes als die "Theorie zum Hausverstand"; und damit auch mit Hausverstand zu verstehen, täglich verwendbar und auch hoch spannend

Verdienstvolle Einzelinitiativen bleiben Tropfen auf heißem Stein

  • Die Verbreitung betriebswirtschaftlichen Know how´s, unternehmerischen Denkens, Entrepreneurship und Sozialer Kompetenz ist nach wie vor einzelnen Initiativen vorbehalten. . Da mit der Teilnahme an diesen Initiativen kaum ein (wirtschaftlich) zählbarer Vorteil verbunden ist - außer Preisen bei Wettbewerben gibt es dafür weder Noten, noch irgendwelche Berechtigungen - ist die Zugkraft enden wollend. Bei aller Wichtigkeit dieser Initiativen erreichen sie nur einen Bruchteil der Auszubildenden.

DIE FOLGEN

Die Folgen dieses kolossalen, weltweiten Versagens der Bildungssysteme sind unter vielen anderen: Vermeidbare Insolvenzen von Unternehmen, "Konkurse von Projekten",  nicht eingebrachte, und somit verlorene Inputs und Ideen, politische Unmündigkeit, finanzielle Abhängigkeiten ... und alle daraus ableitbaren wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und psychischen Konsequenzen.

Da sich herum gesprochen hat, dass man ohne betriebswirtschaftliches Know how kein Unternehmen starten sollte, ist das auch ein zusätzlicher Killer jedes Entrepreneurship-Gedankens und ist ein Startup-Hemmer.

 

Gesellschaftspolitische Folgen

  • Mit etwas betriebswirtschaftlichem Verständnis wäre für jeden nachvollziehbar, dass die Globalisierung mit all ihren Vor- und Nachteilen  ein nicht aufhaltesbares Faktum ist. Die Betroffenen (wir alle) würden dann erkennen, dass es nur eine Lösung geben kann: Wir müssen und proaktiv dem globalen Wettbewerb stellen und die Herausforderungen annehmen.
  • Laufend werden Gesetze von Abgeordneten beschlossen (durchgewunken), die weder betriebswirtschaftlich noch volkswirtschaftlich ausgebildet sind und daher auch deren volle Tragweite nicht erfassen können.
  • Die "Elite der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft" profitiert vom wirtschaftlichen Analphabetentum der "Bürger".  Bilanzskandale, unverschämt hohe Boni für Vorstände ... sind die Folge des nicht Verstandenen und daher Unkontrollierbaren.

 

Weltweites Problem 

  • Besonders erstaunlich ist: All die oben genannten Punkte gelten weltweit. Es gibt kein einziges Land, das sich diesem Bildungsthema mit voller Kraft annimmt. 

Initiative Wirtschaftskompetenz für Europa


Victor Mihalic, Volkswirt und Wirtschaftspädagoge konnte oben genannte Punkte sowohl als Mitarbeiter in der Bildungsabteilung einer internationalen Versicherung, als später auch als Buchautor und selbstständiger Trainer beobachten. Aus der Analyse heraus ergaben sich folgende Lösungsansätze:

  • Es muss ein verbindlicher Standard betriebswirtschaftlicher Bildung für Nicht-Betriebswirte entwickelt werden. In weiterer Folge "Kernwissen" genannt.
  • Die Inhalte müssen mit sehr wenig Aufwand an Zeit und Geld bewältigbar sein.
  • Die Motivation sich das ungeliebte BWL Know how anzueignen, muss erhöht werden. Dies kann insbesondere erreicht werden durch einen "zertifizierten Abschluss", der den Absolventen einen konkreten Vorteil verschaffen soll: die Chance einen Job zu bekommen bzw. Karriere machen zu können ist der beste Anreiz.
  • Letzteres wird nur gelingen, wenn die Unternehmen vertrauen können, dass das Know how tatsächlich gegeben ist. Daher müssen hohe Qualitätsstandard mit einer standardisierten Prüfung im Mittelpunkt geschaffen werden.
  • In einer globalen Wirtschaft soll auch die Bildung grenzüberscheitend sein. Daher soll der gesetzte Standard auch eine europaweite bzw. internationale Gültigkeit haben können.  

Bei Univ.Prof. Dr. Dr. Gerhard E. Ortner von der Fernuniversität Hagen landeten diese Ansätze und Ideen auf fruchtbarem Boden. Gemeinsam wurden diese voran getrieben. Bald konnten auch zahlreiche renommierte Unternehmen gefunden werden, die das praxisorientierte Grundkonzept - aus der Wirtschaft für die Wirtschaft - maßgeblich mitgeprägt haben. Daraus entwickelte sich die Initiative "Wirtschaftskompetenz für Europa".

Treiber der Initiative sollte das EBC*L Zertifikat sein. 


Eine Erfolgsstory


Das Zertifikat European Business Competence* Licence, EBC*L -hat sich als internationaler Standard der wirtschaftlichen Bildung etabliert. 

  • 50.000+ TeilnehmerInnen
  • aus 34 Ländern haben bereits ein EBC*L Zertifikat erworben
  • 300+ EBC*L Partner und Standorte
  • in allen Bildungsbereichen vertreten: Schule, Hochschule, Weiterbildung
  • eingesetzt in zahlreichen renommierten Unternehmen und öffentlichen Organisationen wie ABB, Audi, BASF, EDEKA, EVONIK, REWE, Uniqa, Wüstenrot, Bundesagentur für Arbeit, AMS, Bundeskriminalamt
  • eingebunden in 10+ EU-Projekten mit besten Bewertungen